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Schulen Stadt Gifhorn

Zeitzeugengespräch mit Frau Nahrstedt - Hampel

Unser Zeitzeugengespräch mit Frau Nahrstedt - Hampel (16.3.2026)

Wir, Schüler/Innen der 10. Klassen an der Freiherr-vom-Stein-Schule, beschäftigen uns derzeit im Geschichtsunterricht mit der Nachkriegszeit von 1945 bis heute.

Im Rahmen des Unterrichtes vertiefen wir uns nicht nur in unsere Geschichtsbücher, nein, wir recherchieren auch selbstständig zu bestimmten Themen, erarbeiten Vorträge und Referate.
Und am 16.03.2026. war es soweit. Frau Nahrstedt - Hampel folgte unserer Einladung. Sie erklärte sich bereit, als Zeitzeugin aus ihrem Leben zu berichten.

 

 

So erfuhren wir SchülerInnen von ihrem bewegten Leben. Als 5-Jährige erlebte sie mit ihrer Mutter und den Geschwistern die schlimmen Luftangriffe im Luftschutzbunker in Leipzig. Nach den Angriffen gab es ihr Haus nicht mehr. Über das Kellersystem gelangten sie über den Keller des Nebenhauses wieder hinaus. Erschüttert prägten sich ihr die Toten und das zerstörte Haus ein.


Später floh die Mutter mit drei Kindern und den Großeltern Richtung Westen. Schließlich kamen sie nach Wolfsburg, wo ihnen zu fünft eine kleine Barackenwohnung zugewiesen wurde. Ihre Mutter zog mit den drei Kindern in den Schuppen gegenüber, wo sie mit Hilfe von Zeitungspapier die Spalten und Ritzen überklebte, um ein bisschen Privatsphäre zu erhalten. Ihren Vater hat unsere Zeitzeugin nie wieder gesehen.

 

Frau Nahrstedt - Hampel wurde in Wolfsburg eingeschult und hatte, wie auch andere Flüchtlingskinder, unter Hänseleien der Mitschüler zu leiden. Denn sie
trug einfache Kleidung und „sächselte“.
Diese Erinnerungen lassen sie gut nachempfinden, wie es etlichen Flüchtlingskindern, die aus Kriegsgebieten kommen und bei uns Unterschlupf und Sicherheit suchen, ergehen mag.


Diese Berichte animierte mehrere von uns Schülern, Frau Nahrstedt - Hampel nach Nahrung, Kleidung und den Kosten für alltägliche Dinge zu fragen. Auch wollten wir wissen, woher ihre Familie und sie Geld bekamen. Sie berichtete von bescheidenen und kargen Nahrungsmittelrationen, von z.T. selbst genähter und stets ausgebesserter Kleidung und Vieles mehr.


Auf die Frage, ob Lehrkräfte sich ähnlich gemein verhielten wie die Mitschüler, verneinte sie das vehement. Der Schulleiter, ihr Lehrer, benahm sich korrekt und hilfsbereit.


Besonders interessierte uns ihr Leben nach dem Verlassen der Schule mit 14 Jahren! Das konnten wir uns nicht vorstellen. In dem Alter beschäftigten wir uns erstmals mit Berufen, für die wir uns interessieren. Frau Nahrstedt - Hampel aber arbeitete gleich nach der Schule bei einer Familie als Kindermädchen. Dort erhielt sie einen „Mini-Lohn“ und Verpflegung. Das bedeutete, sie hat mit am Mittagstisch gesessen und zum Beispiel Suppe bekommen oder andere einfache, nahrhafte Gerichte. Damals konnte sie nicht einfach zur nächsten Imbissbude oder zum Dönerladen gehen, um etwas zu kaufen. Vom geringen Lohn gab sie zu Hause noch ab. In Wolfsburg begann erst langsam das Leben im Frieden. Bis heute lebt sie bescheiden.

 

 

Wir hatten weitere Fragen an unsere Zeitzeugin: Wie hoch war ihr erster Lohn, den die Familie, deren Kinder sie betreute, auszahlte? Wie kam sie dazu, Fan des VfL Wolfsburg zu werden? Wie kam es dazu, dass sie im Frei-/ Hallenbad arbeitete? Weshalb traute sie sich den Posten einer Personalrätin zu? Welche Gedanken und Gefühle hatte sie, als sie mit ihrem Mann, 1989 ihre ehemalige Heimat besuchte? Und und und.


Wir SchülerInnen waren sehr beeindruckt von dieser Frau, die so viel in ihrem Leben geleistet und erlebt hat und heute noch aktiv auf Pilgerreisen geht, regelmäßig den VfL unterstützt, sich für die Senioren einsetzt und uns so lebhaft aus ihrem Leben berichtete.


Wir bedanken uns bei Frau Nahrstedt - Hampel für ihren Bericht und wünschen ihr weiterhin alles Gute.

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